“Natürlich.”
Er zögerte. “Ich wusste schon, wer du vor dieser Reise bist.”
Ich blinzelte überrascht. “Hast du?”
Er nickte. “Dein Mann, Paul, war sehr gut mit meinem Bruder Steven befreundet. Sie lernten sich kennen, als sie in der Marine waren. Ich habe dich vor Jahrzehnten bei Steven zu Hause kennengelernt. Du erinnerst dich wahrscheinlich nicht. Aber Paul hat danach viel über dich gesprochen. Er sagte, du wärst die freundlichste Frau, die er je getroffen habe.”
Mein Atem war kurz. “Bist du Stevens Bruder?”
Er lächelte leicht. “Ja. Ich habe deinen Namen erkannt, als ich die Tourliste gesehen habe. Zuerst war ich mir nicht sicher, ob du es bist, aber als ich dich am Flughafen sah, wusste ich es. Ich wollte dich nicht überfordern, also habe ich gewartet, bis ich das Gefühl hatte, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war, es dir zu sagen.”
Ich saß sprachlos da, mein Herz überquälte vor Emotionen. Ich hatte das Gefühl, als wäre das Leben auf den Kopf gestellt worden, als hätte Paul auf seine Weise David geschickt, um mich zu finden, als ich ihn am meisten brauchte. David griff über den Tisch und nahm es mir ab. “Ich glaube, sie wäre froh, wenn du endlich etwas für dich selbst tust. Du hast dein ganzes Leben anderen gewidmet. Jetzt bist du wieder an der Reihe, geliebt zu werden, Linda.” Tränen liefen mir über die Wangen, aber es waren keine Tränen der Traurigkeit. Sie waren die Art, die sprießen, wenn das Herz endlich voll ist. “Danke, David”, flüsterte ich. “Für alles.”
Noch in derselben Nacht, zurück im Hotel, rief ich Mark endlich an. Kaum hatte er geantwortet, war seine Stimme hastig und voller Fragen. “Mama, wo bist du? Wer ist dieser Mann? Geht es dir gut?”
Ich lächelte leicht. “Mir geht es vollkommen gut, Liebling. Ich bin in Österreich. Dieser Mann ist ein Freund und ich habe das beste Weihnachten der letzten Jahre.
Er hielt inne. “Warum hast du uns nicht gesagt, dass du gehst?”
“Weil du mir gesagt hast, ich soll zu Hause bleiben”, sagte ich leise. Also habe ich mein Bestes gegeben. Ich fand anderswo ein Zuhause, voller Wärme und Freundlichkeit. Am anderen Ende der Leitung herrschte eine lange Stille. Dann sagte er mit leiser Stimme: “Es tut mir leid, Mama. Wir hätten dich nie ausschließen dürfen.