TEIL 2: DAS BÜRO, DAS DIEGO NIEMALS HÄTTE IGNORIEREN DÜRFEN

TEIL 2: DAS BÜRO, DAS DIEGO NIE HÄTTE IGNORIEREN

DÜRFEN Das Haus war so still, dass Mariana das Summen des Kühlschranks und das entfernte Echo von Autos auf dem Paseo de la Reforma hören konnte.

Er zog seine Gummihandschuhe aus, legte sie neben das Waschbecken und ging in Richtung Keller.

Für das bloße Auge war es ein eleganter Raum mit antiken Flaschen, dunklen Holzregalen und einem Tisch für private Verkostungen. Diego ging dort selten hinein. Er sagte, er sei gelangweilt von “den Launen reicher alter Männer”.

Mariana nahm eine leere Flasche gereiften Tequila aus dem dritten Regal und drückte einen kleinen Metallkreis dahinter.

Eine Holzplatte öffnete sich lautlos.

Dahinter befand sich ein privater Aufzug.

Mariana trat ein.

Der Aufzugsspiegel zeigte ein Bild, das Diego nie wirklich gesehen hatte: eine 37-jährige Frau, müde, verwundet, aber nicht besiegt.

Als sich die Türen eine Etage tiefer öffneten, verschwand die gedemütigte Ehefrau.

Das unterirdische Büro wurde von Bildschirmen, Rechtsakten, Investitionskarten, sicheren Leitungen und Monitoren beleuchtet, die mit Büros in Monterrey, Guadalajara, New York und Madrid verbunden waren. An einer Wand erschien das diskrete Logo des Castañeda-Rates.

Mariana ging zu einem Walnussschreibtisch und nahm ein dunkelgrünes Handy.

Er wählte eine Nummer.

Eine Männerstimme antwortete beim ersten Ton.

“Frau Castañeda.”

Nur sehr wenige Menschen in Mexiko nannten es so.

“Arthur, ist alles bereit für heute Abend?”

“Ja, Ma’am. Der Rat ist bereits gekommen. Die Prüfer sind vorbereitet. Die Abschlusspräsentation wurde vom Rechtsbereich geprüft.”

Mariana betrachtete die kleine Wunde an ihrem Finger.

“Stell Diego Alvarados Tisch nach vorne auf die Bühne.”

Es entstand eine Pause.

“Er wird denken, sie wollen die Investitionserweiterung ankündigen.”

“Ich möchte, dass du das denkst.”

“Geben wir die Akte auch frei?”

Mariana schloss die Augen.

In den letzten neun Monaten hatten die Prüfer des Castañeda-Rates unautorisierte Überweisungen, veränderte Rechnungen und Zahlungen von Grupo Alvarado an einen Geisterberater entdeckt, der auf den Namen Valeria Ríos registriert war.

Arturo Mendoza, der Rechtsdirektor des Rates, hatte ihm empfohlen, von der ersten Entdeckung an zu handeln.

Mariana wollte es nicht tun.

Ich wartete immer noch auf eine Erklärung. Sie erinnerte sich noch an den Diego, der sie in Coyoacán auf einen Kaffee einlud, derjenige, der sagte, er mochte sie, weil sie mit nichts prahlte, weil sie sich offenbar nicht für Nachnamen oder Geld interessierte.