Als der Tag kam, war ich am Flughafen, umgeben von Familien, die sich umarmten, Paare, die Händchen hielten, und Kindern, die lachten, während sie auf das Einsteigen warteten. Ich spürte einen Stich im Herzen, aber er hielt nicht lange an. Ich erinnerte mich daran, dass dies mein neuer Anfang war. Im Flugzeug fand ich meinen Platz neben einem großen Mann mit silbernem Haar und freundlichen Augen. Er lächelte mich warm an. “Gehst du nach Hause oder gehst du auf eine Reise?” fragte er.
Ich lächelte zurück und sagte: “Ich gehe an einen neuen Ort.” Er lachte leise. “Gute Antwort.” Sein Name war David Monroe. Und als das Flugzeug abhob, begannen wir darüber zu sprechen, woher wir kamen, welche Orte wir besucht hatten und welche Menschen wir geliebt hatten. Als das Flugzeug landete, hatte ich das Gefühl, mit jemandem zu sprechen, den ich mein ganzes Leben lang kannte. Es gab etwas Tröstliches an ihm: gelassen, freundlich und ehrlich. Er erzählte mir, dass er ein pensionierter Lehrer war, der nach dem Tod seiner Frau vor einigen Jahren allein reiste. Ich erzählte ihm von Paul, meinem Sohn, und der seltsamen Leere, die mich dorthin geführt hatte. Er hörte mir zu, nicht mit Mitleid, sondern mit Verständnis.
In jener Nacht, als ich in unserem Hotel in München ankam und es zu schneien begann, verstand ich etwas Tiefgründiges. Meine Schwiegertochter hatte mir gesagt, ich solle zu Hause bleiben, weil sie dachte, ich hätte keinen Ort, an den ich gehen könnte. Aber dort, unter diesem Winterhimmel, verstand ich endlich: Die ganze Welt wartete auf mich, und ich begann gerade, sie zu entdecken.
Die ersten Tage der Reise waren wie das Betreten einer anderen Welt. Überall, wo ich hinsah, sah ich helle Lichter, fröhliche Musik und lächelnde Gesichter. Ich war es nicht gewohnt, von so viel Freude umgeben zu sein, aber nach und nach färbte es auf mich ab. Unsere Gruppe war klein, etwa 20 Personen, meist Rentner wie ich, die Weihnachten an einem anderen Ort verbringen wollten. Wir besuchten gemütliche Weihnachtsmärkte in München, schlenderten an alten Kathedralen in Salzburg vorbei und teilten Geschichten bei einem Becher gewürztem Glühwein. Zum ersten Mal seit langer Zeit war er nicht mehr die vergessene Person, die zu Hause blieb. Ich war wieder Teil von etwas.